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Der Bericht im bayerischen Fernsehen:

Sicherlich haben einige den Bericht über den FC Pipinsried im bayerischen Fernsehen gesehen. Für die, die es verpasst haben, haben wir den Artikel nochmal eingegliedert. Pipinsried ist ein kleines 500-Seelen-Dorf im Landkreis Dachau. Hier ist alles wie es sein muss: Es gibt eine Kirche, ein Wirtshaus und viele Bauernhöfe. Doch etwas unterscheidet Pipinsried von anderen bayerischen Idyllen: die örtliche Fußballmannschaft kickt nicht etwa in der Freizeitklasse, sondern in der Landesliga. Und das ist der Verdienst vor allem eines Mannes: Konrad Höss.

Im Alltag ist Konrad Höss Milchleistungsprüfer und dabei für rund 3.000 Kühe im gesamten Landkreis zuständig. Doch seit 38 Jahren kümmert er sich nicht nur um das Milchvieh, sondern auch um die Dorf-Kicker. Besser gesagt: Ohne ihn würde es die Spitzen-Fußballmannschaft gar nicht geben. Vor fast vier Jahrzehnten hatte er den Traum von einer eigenen Fußballmannschaft in seinem Heimatdorf – und wurde dafür von fast allen in der Gegend ausgelacht. Aber geträumt, getan:

Der Mann für alle Fälle! Er ist nicht “nur” der Präsident, sondern der Mann für alle Fälle. Vor allem als Platzwart hat er sich hervorgetan: Konni – wie er liebevoll genannt wird – achtet penibel auf das Grün, das ihm heilig ist. Peinlich genau tritt er vor dem Spiel den Rasen glatt, doch nicht immer genügt das Ergebnis seinen Anforderungen: Einmal sagte er sogar ein Spiel ab, da Regenwürmer den Platz angeblich unbespielbar gemacht hatten. Ebenso wichtig: der akkurate Verlauf der weißen Linien – schließlich kann laut Höss “eine Linie über Sieg und Niederlage entscheiden”. Und deshalb zieht er diese selbst.

Ansteckende Leidenschaft in der Landesliga: Der Präsident übernimmt aber noch weitere Aufgaben: Er hisst die Fahnen am Stadion, setzt die Eckfahnen, legt die Trikots für die Mannschaft bereit, fegt das Vereinsheim, sitzt beim Einzug der Mannschaften am Stadionmikrofon. Doch seine Stunde kommt mit dem Anpfiff: Dann fiebert Konni vom Spielfeldrand mit seiner Elf mit – und das ziemlich lautstark und mit ungezügeltem Temperament. Diese Leidenschaft scheint ansteckend zu sein: Auch seine Frau ist Wochenende für Wochenende mit von der Partie. Sie hat den Verkauf am Stadionkiosk übernommen und fiebert genauso mit wie ihr Mann. Doch das war nicht immer so. “Vorm Heiraten hab ich nicht Fußball geschaut. Danach hat er mir im Fernsehen Abseits gelernt und jetzt bin ich auch jedes Wochenende bei Wind und Wetter dabei”, berichtet die Ehefrau lachend. Abstieg? Ausgeschlossen!

Auch sein Sohn musste Konrad Höss bereits in Sachen Fußball zur Seite stehen – und zwar als Anwalt vor Gericht. Letztes Jahr drohte dem FC Pipinsried der Abstieg in die Bezirksoberliga, aber weil der Präsident die Satzung auswendig kannte – und sein Filius Rechtsanwalt ist – blieb der FC doch in der Landesliga. Derzeit steht der FC Pipinsried auf dem 7.Tabellenplatz der Landesliga Süd. Eine Niederlage oder gar ein Abstieg – das kommt für Konrad Höss einfach nicht in Frage. Denn: Der Pipinsrieder lebt für den Fußball.

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