Urteil des Verband-Sportgerichtes zum Nachlesen

Quelle: Homepage BFV

zur Erläuterung:Verein A=FC Pipinsried, Verein B=FC Unterföhring

Protokoll Nr.:  16 vom 01.02.2011
Besetzung:   Riedmeyer, Frey, Beierlein
Fall:     35

Berufung des Vereins A gegen das Urteil des SG der Bayernliga

Urteil:

I. Die Berufung gegen das Urteil des SG wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von 150,00 € trägt der Verein A.  Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Am 28.11.2010 hat das Spiel Verein B – Verein A auf Kunstrasen stattgefunden. Gegen die Wertung dieses Spiels hat der Berufungsführer mit einem am 29.11.2010 beim SG eingegangenen Schreiben Einspruch eingelegt und mit weiterem Schreiben diesen im Weiteren begründet. Im Wesentlichen wurde dieser darauf gestützt, dass der Berufungsführer entgegen § 25 SpO nicht rechtzeitig vor Spielaustragung auf die Durchführung des Spiels auf Kunstrasen informiert worden sei. Deswegen habe vor Beginn des Spiels ein Gespräch mit dem SL, Herrn C stattgefunden und diesen auch davon verständigt, dass man deswegen nicht antreten werde. Nach Ausführung des Berufungsführers habe Herr C mehrfach erklärt, dass der Berufungsführer antreten müsse, dies aber unter Protest tun könne. Deswegen habe man dann letztlich gespielt. Unstreitig ist dabei, dass weder auf der Spielgruppentagung ein ausdrücklicher Hinweis auf mögliche Kunstrasenspiele erfolgt ist, noch der Berufungsführer vor dem Spiel in ausreichendem Zeitabstand in Kenntnis gesetzt wurde. Vor dem SG wurde auch Herr C zu dem Telefonat mit dem Vorsitzenden des Berufungsführers gehört. Danach steht fest, dass die Information erteilt wurde, dass der Berufungsführer auf jeden Fall antreten solle, aber dem Protest zu diesem Spiel auf der Rückseite des Spielberichts eintragen könne.

Das SG hat den form- und fristgerecht eingelegten Einspruch aber in der Sache als unbegründet mit Urteil vom 14.12.2010 zurückgewiesen. Gegen dieses Urteil hat der Verein A als Berufungsführer mit Schreiben vom 14.12.2010, eingegangen am 28.12.2010 Berufung eingelegt und beantragt, das vorgenannte Urteil des SG aufzuheben, dem Einspruch des Vereins A gegen die Spielwertung des vorgenannten Verbandspiels stattzugeben und damit dieses Spiel neu anzusetzen.

Dies wird im Wesentlichen damit begründet, dass der Berufungsführer sich auf die Aussagen des SL, Herrn C  verlassen habe und ansonsten nicht zum Spiel angetreten wäre.

2. Das VSG ist für die Entscheidung zuständig.

3. Die Berufung ist zulässig. Sie ist insbesondere form- und fristgerecht eingelegt. In der Sache hat sie aber keinen Erfolg. Die Regelung des
§ 25 II SpO, die hier eine Neuansetzung rechtfertigen könnte, ist klar und eindeutig gefasst. Eine Auslegung ist hier nicht möglich. Der Platzverein muss dem Gegner bei entsprechenden Spielen auf Kunstrasenplätzen sowie Hartplätzen mindestens am Spieltag vor der Abreise davon in Kenntnis setzen, dass auf einem derartigen Platz gespielt wird. Fällt dann das Spiel wegen der fehlenden Unterrichtung aus, ist das Spiel neu anzusetzen.

Für die Entscheidung kommt es auf die erteilte Auskunft des Spielgruppenleiters nicht an, da nach ständiger Rechtsprechung des VSG, wie auch vom SG zitiert, eine solche Falschauskunft unbeachtlich ist, wenn diese für den Verein dadurch erkennbar ist, dass die betreffende Regelung klar und unmissverständlich ist. Dies ist bei der in § 25 II SpO enthaltenen Bestimmung ohne jeden Zweifel, auch aus Sicht des VSG der Fall. Der Ansicht des SG  ist hier vollumfänglich zuzustimmen. Dem Berufungsführer wäre es auch nach Ansicht des VSG ohne weiteres möglich und zumutbar gewesen, die entsprechende Vorschrift selbst nachzulesen. Im Übrigen besteht der allgemeine Rechtsgedanke, dass ein „Spielen unter Protest“ nicht möglich ist. Es kann nicht davon abhängen, ob der Verein letztlich dann verliert oder gewinnt und dann die entsprechenden Rechtsmittel zieht. Dies muss vor Beginn des Spieles klar und deutlich festgelegt sein.

Im Übrigen ist eine Neuansetzung nur über § 38 Abs. 4 RVO möglich. Es fehlt hier aber ersichtlich an einem Einspruchsgrund im Sinne des § 38 Abs. 1 RVO.

Insgesamt hat sich das SG mit dem Sachverhalt beschäftigt. Der Berufungsführer bringt keine neuen Erkenntnisse, die eine anderweitige Beurteilung des Sachverhalts rechtfertigen würden. Dementsprechend ist die Entscheidung des SG in keinster Weise zu beanstanden.

Die Berufung ist daher zurückzuweisen.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der Berufungsführer gemäß §§ 32, 33 RVO.