Doppelter Überraschungseffekt

Falke schießt binnen acht Minuten vier Tore gegen Pipinsried – Beide Trainer sind fassungslos

FC Falke Markt Schwaben : FC Pipinsried 5:0 (4:0)

Picture 9Markt Schwaben Das schallende Gelächter aus dem Mobiltelefon war noch mehrere Sitzplätze weiter zu vernehmen. Was ein Falke-Anhänger seinem Kollegen im Urlaub soeben mitgeteilt hatte, klang wie ein Scherz: Falke führe zu Hause 5:0. Die Mannschaft, die in zehn Spielen nur elf Tore erzielt hatte, sollte nun fünf in einer Partie geschossen haben? Unfassbar – ob des Ergebnisses und des Spielverlaufs. Ein Sieg der selbst für Falkes Trainer Toni Bobenstetter „aus dem Nichts“ kam.

Sichtlich nervös standen sich die Teams gegenüber. Die Heimelf mit sechs Zählern auf Rang 17 wusste, dass sie endlich punkten musste, um ihren Platz in der Landesliga zu behaupten. Der FC Pipinsried stand ebenfalls unter Druck: Nur drei Punkte trennten sie von Falke und einem Abstiegsplatz. Beide Mannschaften probierten es in der Anfangsphase mit weiten, meist unerreichbaren, Flanken auf ihre Stürmer. Kaum ein Fußballer gewann einen Zweikampf. Viele Pässe landeten beim Gegner. Die Spielzüge waren so einfallslos wie Peter Beierkuhnleins Freistoß in der zehnten Minute, der genau in die Arme vom Pipinsrieder Torwart Sascha Bobak landete.

Die Gäste standen aber kompakter und gewannen zunehmend an Selbstvertrauen, während Falke unorganisiert auf dem Feld herumtrabte. Es ist vor allem Markt Schwabens Kapitän Robert Lexa zu verdanken, dass die stürmenden Pipinsrieder nicht zum erfolgreichen Schuss kamen. Eine Flanke von der linken Seite auf den freistehenden Spielertrainer Denis Dinulovic köpfte Lexa zur Seitenlinie hinaus. Es fehlte den Gästen allerdings auch an der nötigen Konsequenz beim Abschluss. Michael Holzhammer und Dominik Schön ließen die Falken mit ihren wendigen Haken zwar ganz schön alt aussehen. Sie scheiterten letztlich jedoch am Außennetz, der Latte oder Schlussmann Christian Rapp, der mit einer Glanzparade einen Schuss aus 16 Metern zur Ecke lenkte.

Zehn Minuten vor der Pause legte sich Falkes Wolfgang Weidenthaler den Ball für einen Freistoß kurz vor dem Strafraum zurecht. Ob Absicht oder Glück, der Ball flog halbhoch in Richtung Bobak, der den auftropfenden Ball nicht zu fassen bekam und erleben musste, wie das Leder über seinen Körper ins Tor kullerte. Ein überraschendes 1:0 für Falke, das Pipinsried als ungerecht empfinden mochte, dann aber, wie Trainer Dinulovic später bedauerte „nicht aufwachte und kämpfte“, sondern vier Minuten später das 2:0 durch Timo Koch fing. Falkes Nummer 14 stoppte den Ball, der so lange in der Luft gewesen war, dass schon Schnee darauf lag, von zwei Verteidigern ungehindert, im Strafraum mit der Brust und knallte ihn in die rechte Ecke. Keine 60 Sekunden später traf Matthias Bareuther zum 3:0. Mit energischem Anlauf köpfte er auch das 4:0 nach einer Ecke ein. Zeit zum Luft holen gewährte Falke auch nach der Pause nicht: Stefan Denk marschierte im Zentrum durch die Abwehrreihe von Pipinsried und erzielte das 5:0. Was folgte waren 40 Minuten kontrollierte Ergebnisverwaltung. Nicole Werner

Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.217, Montag, den 21. September 2009 , Seite 11

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